Unsere Geschichte

Auf der folgenden Seite finden Sie Auszüge aus unserer Vereinsgeschichte. Wenn Sie unsere ganze Geschichte nachlesen möchten, schauen Sie gerne in unsere Festschrift zu unserem 100-jährigen Jubiläum.

Die Festschrift finden Sie am Ende dieser Seite.

Die Gründung 1921


Die Gründung im Jahr 1921 fiel in die Zeit der Weimarer Republik (1918 – 1933). Die wirtschaftliche Entwicklung in der Weimarer Republik, die natürlich auch das Leben in Weiler zum Stein bestimmte, war zunächst geprägt durch eine erste Phase, in der der Versailler Frieden, die Inflation und die Reparationen (1918 – 1924) zusammengefasst werden können. Diese wirtschaftliche schwere Zeit geht dann aber langsam in eine zweite Phase, die sogenannten goldenen Jahre (1924 – 1928) über. Das Ende fand diese Zeit dann mit der dritten Weltwirtschaftskrise 1929 – 1933. Diese drei Phasen spiegeln sich auch, wenn man genau hinschaut, in den Schilderungen vorangegangener Festschriften wieder. Die Zeit der Inflation mit ihren Entbehrungen wird durch eine Zeit der zahlreichen Tanzveranstaltungen abgelöst, wie der nachfolgende Text zeigt. Es war eine schwere Zeit aber auch eine schöne – sagt Otto Häußermann in der Festschrift zum 60-jährigen Jubiläum über die Anfangsjahre. Der damals 80-Jährige musste es wissen, denn zusammen mit seinem damaligen Musikkameraden Gottlob Rieger hatte er 1921 die Idee, in Weiler zum Stein eine Blaskapelle zu gründen. 

Schon vor dem Jahr 1921 gab es in Weiler zum Stein zwei Männer, die sich der Blasmusik verschrieben hatten, wie Friedrich Weißhaar (2. Vorsitzender) in seinem Brief an die Gemeinde Weiler zum Stein anlässlich des 50-jährigen Jubiläums schreibt, es waren Otto Häußermann und Gottlob Rieger. Beide Herren spielten beim Musikverein Waldrems mit und setzten sich dafür ein, dass sich auch in Weiler genügend Musikbegeisterte fanden, die in der Lage waren, ein Instrument zu spielen. So kam es im November 1921 zur Gründung des Musikvereins. Die damalige Stärke der aktiven Mitglieder betrug 16 Mann.

Unter Leitung von Adolf Weißhaar, den die Hauptversammlung 1921 zum 1.Vorsitzenden gewählt hatte, nahm der Verein einen schnellen Aufschwung. Wie sich aus den Protokollen entnehmen lässt wurde die Kapelle zu einem wichtigen Kulturträger innerhalb der Gemeinde und in der näheren Umgebung. Sie bestritt zahlreiche Tanzveranstaltungen, gab Platzkonzerte und organisierte mehrere Musikfeste, die großen Anklang bei der Bevölkerung fanden

Die vermutlich erstmalige Eintragung im Vereinsregister beim Amtsgericht erfolgte allerdings erst 1976. Der junge Verein hatte damals 70 Mitglieder, was bei einer Einwohnerzahl von 700 durchaus Anerkennung verdient.

Die Jahre im Dritten Reich 1933 – 1945


Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde die Aufwärtsentwicklung schlagartig gebremst. Was zunächst niemand geglaubt hatte, trat im Juni 1933 ein: „Gut Ton“ Weiler zum Stein löste sich im Zuge der allgemeinen Gleichschaltung „freiwillig“ auf. Aus den aktiven Mitgliedern machte man kurzerhand eine Feuerwehrkapelle, die bei Feuerwehrübungen und Veranstaltungen innerhalb der Gemeinde mitwirken sollte. Das Vereinsvermögen wurde dem Bürgermeister übergeben. Damit waren weder die Musiker noch die passiven Vereinsmitglieder einverstanden. In einer Niederschrift aus dem Jahr 1934 heißt es: Von verschiedenen Seiten wurde der Wunsch geäußert, wieder einen Musikverein zu gründen. Am Sonntag, dem 21. Januar 1934, fand deshalb eine gut besuchte Versammlung statt. „… Schließlich wurde zur Gründung des zweiten Musikvereins „Gut Ton“ Weiler zum Stein geschritten, darüber hinaus wurde die Satzung aufgestellt…“. Die Gründungsversammlung fand in Gegenwart des Ortsgruppenleiters statt. Die neue Satzung entsprach den Vorschriften der Reichskulturkammer. Man musste den neuen Machthabern in dieser Form Zugeständnisse machen, damit der Verein wieder auferstehen konnte. Obwohl sich der langjährige Dirigent Gottlob Boss (1928 – 1939) große Mühe gab, ist über die folgenden Jahre nicht viel Gutes zu berichten. Beim Wertungsspiel in Marbach stellte Weiler zum Stein mit 11 Musikern die zahlenmäßig schwächste Kapelle. Der Verein schrumpfte nach zahlreichen Austritten schließlich auf 29 Mitglieder zusammen. Im Protokoll der Hauptversammlung vom 05.02.1938 heißt es: „Über das vergangene Jahr kann nicht viel gesagt werden. Festlichkeiten wurden keine abgehalten, Proben fanden kaum mehr statt“. Damit enden die Eintragungen im Protokollbuch. Das nächste Kapitel schrieb der Krieg. Aus den Kriegsjahren selbst wird in der Festschrift zum 60. Jubiläum nichts berichtet. Das Vereinsleben entwickelt sich erst langsam wieder in den Nachkriegsjahren.


Die Nachkriegsjahre 1945 – 1949


Den Anfang machte Adolf Mack, der kriegsversehrt 1945, mit dem Musikunterricht begann. Obwohl die Nachkriegsjahre für die Bevölkerung sehr hart waren, blieben die Volksmusiker unserer Gemeinde ihrem Hobby treu. Um eine Spielmöglichkeit zu haben, schlossen sie sich dem örtlichen Sport- und Kulturverein an und traten in kleinerer Besetzung bei verschiedenen Veranstaltungen auf. Mit der allmählichen Festigung der Kapelle nahmen die Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Vereins zu, und so war es kein Wunder, dass die aktiven Musiker auf Selbstständigkeit drängten. So kam es, dass der Musikverein „Gut Ton“ Weiler zum Stein am 6. August 1950 zum dritten Mal aus der Taufe gehoben wurde. Den Taufpaten spielte die Stadtkapelle Winnenden mit ihrem Dirigenten Wilhelm Schock. Mit der Stadtkapelle Winnenden unterhält unser Verein bis zum heutigen Tag freundschaftliche Beziehungen.

Die Wirtschaftswunder Jahre 1950 – 1973


Am weiteren Aufbau des MV „Gut Ton“ waren in den folgenden Jahren vor allem Ottfried Einenkel, Fritz Weißhaar und Walter Kugler beteiligt. Unter ihrem Vorsitz nahmen die Mitgliederzahlen, aber auch die musikalische Aktivität der Kapelle stark zu. Sie organisierten Musikfeste, Tanzveranstaltungen, Weihnachtsfeiern und Platzkonzerte. Im Jahr 1951 feierte man dann das 30-jährige Jubiläum.

Zu Anfang der 50er Jahre war es üblich, zu Veranstaltungen, an denen man teilnahm und die in der näheren Umgebung stattfanden, wie zum Beispiel Schwaikheim, Bittenfeld oder Winnenden, zu Fuß zu gehen. Zu entfernteren Gemeinden fuhr man mit dem Traktor und einem Hänger.

Die Jahre vom Ölpreisschock bis nach der Wende 1970–1991


Unter dem Vorsitz von Heinrich Beißwenger (1967–1975) hielt die Aufwärtsentwicklung des Vereins an. Gerne erinnert man sich noch an das eindrucksvolle Musikfest, mit dem unserer Verein 1971 seinen 50. Geburtstag feierte. Wie schon das 40er-Jubiläum war auch das 50er-Jubiläum 1971 ein großes Zelt-Fest für Weiler zum Stein. Auch mit Festdamen und Festführer, auf dem Sportplatz an der Gemeindehalle. Der Erfolg war unter anderem unseren Freunden aus Wahlendorf, deren musikalische Leistung und Feierlaune übergesprungen ist, zu verdanken. Von großer Wichtigkeit war in den folgenden Jahren die intensive Jugendarbeit. Durch die unermüdliche Arbeit von Dirigent Emil Scheid entstand in wenigen Jahren eine Jugendkapelle, die bei verschiedenen Wertungsspielen sehr erfolgreich abschnitt. Während der Verein früher Nachwuchssorgen hatte, besaß er zu jener Zeit mit annähernd 40 Jungmusikern eine der größten Jugendabteilungen des Kreisverbands Rems-Murr.

Ein ganz besonderer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte, die in diese Zeit, und damit in die “Amtszeit“ von Rudolf Hirth fällt, war da die Feier zum 60. Jubiläum vom 26.–29. Juni 1981. An diesem Jubiläum nahmen zahlreiche Musikkapellen aus der näheren Umgebung teil. Zweifelsohne war der Höhepunkt die Teilnahme unserer Partnerkapellen aus Ramsau (Niederösterreich) und Wahlendorf (Schweiz).

Weiterhin sollte nicht unerwähnt bleiben, dass unter dem Vorsitz von Rudolf Hirth die vermutlich erstmalige Eintragung im Vereinsregister des Amtsgerichts Waiblingen erfolgt ist und damit die wesentliche formale Voraussetzung für einen Verein geschaffen wurde.


Ein Teil der Achtziger sind wohl als Krisenzeit des Musikvereins zu bezeichnen. In der Generalversammlung am 18. Januar 1985 beklagte Emil Scheid die „.Schwächung durch Austritte“. Ende Mai traten wieder die meisten Ausschussmitglieder zurück. Der Grund lag in der Teilnahme im „privaten-öffentlichen Bereich“. Weshalb wieder eine außerordentliche Generalversammlung am 12. Juli 1985 nötig war, um für den 1. Vorsitzenden Werner Schäufele (1985 – 1991) zu gewinnen, der jahrelang als Schriftführer im Ausschuss vertreten war. Erst mit Werner Schäufele (1985 – 1991) kehrte dann wieder etwas Kontinuität zurück.


Am 19. April 1986 veranstaltete der Musikverein „Gut Ton“ ein Jubiläumskonzert, feierte er doch seinen 65. Geburtstag.


Der Juli 1990 leitete einen neuen Höhepunkt im Vereinsgeschehen ein: Gemeinsames Platzkonzert mit der Jugendkapelle aus Dunabogdany/Ungarn, der neuen Partner-Gemeinde von Leutenbach und dem Musikverein Leutenbach am neuen Rathaus in Leutenbach. Aus dem Bericht des 1. Vorsitzenden für das Jahr 1990: „Obwohl nur mit halber Mannschaft angereist, sorgte der Musikverein „Gut Ton“ mit schwungvollen und exzellent dargebotenen Rhythmen für Unterhaltung. Die Musiker wurden mit wahren Beifallsstürmen gefeiert. Das Jubiläumsjahr 1991 hatte dann im April seine erste Auswirkungen: Die Präsentation der neuen Uniformen erfolgte im Rahmen einer Feier am 20. April in der Gemeindehalle.

Die Jahre von nach der Wende bis heute, 1991 – 2021


Bis hierhin ist das Beschriebene weitgehend der Festschrift zum 70-jährigen Bestehen entnommen. Im Nachfolgenden soll nun die Zeit von 1991 bis heute (2021) dargestellt werden.


Die 70-Jahrfeier 1991

Das Jubiläum 1991 (mit der Musikgesellschaft Wahlendorf und dem Musikverein Mertingen) fand auf dem Festplatz an der Brühlstraße statt. Es wurde 4 Tage gefeiert. Los gings am Freitag, den 6. September, mit dem Dorfabend und Bieranstich. Am Samstag dann der Empfang der Gäste am Nachmittag, gefolgt vom Jubiläumsabend mit Ansprachen und Ehrungen, die anschließend in Festzeltstimmung mit den Mertinger Musikanten überging. Das Programm am Sonntag war prall gefüllt. Festgottesdienst im Festzelt, Frühschoppen, Festumzug und am Abend musikalische Unterhaltung zunächst mit der Musikgesellschaft Mertingen und weiteren bekannten Kapellen. Der Montag startete am Nachmittag mit einem Kinder- und Seniorennachmittag der am Abend in einen fröhlichen Ausklang mit dem Musikverein „Frei weg“ Bittenfeld überging.


Das Jahresprogramm am Beispiel von 1995

Damit wir uns heute ein Bild machen können, was in 1995 gestemmt wurde, soll das Programm 1995, das so oder so ähnlich bereits seit Jahren Pflicht war, im Nachfolgenden wiedergegeben werden. Es wurden 16 Geburtstagsständchen und 1 Hochzeitsständchen gegeben. Der traditionelle Kinder-Fasching im Februar fiel aus. Es hatte sich keiner gefunden der das Programm gestaltet hätte.

Das traditionelle Probenwochenende Ende März/Anfang April, fand dieses Mal, um Kosten zu sparen, in Weiler zum Stein in der Gemeindehalle statt.

Der Mai hatte es in sich. Zunächst die traditionelle Maiwanderung am 1. Mai. Am 21. Mai der Einsatz beim Blüten- und Maienfest des Obst- und Gartenbauvereins, traditionsgemäß am Sonntagnachmittag. Der 25. Mai, Himmelfahrt, brachte ein volles Programm für den MV. Am Vormittag wie jedes Jahr wurde in Ruit gespielt. Am Nachmittag folgte die Hocketse der Stadtkapelle Winnenden.

Der Juni 1995 war nicht weniger umfangreich. Am 11. Juni wurde in Nellmersbach gespielt, anlässlich der 75-Jahrfeier des TSV. Am 18. Juni auf dem Stadtfest in Zuffenhausen am frühen späten Nachmittag bzw. frühen Abend (16:00– 19:00). Am 24. Juni die Sonnwendfeier des OGV, die ein fester Bestandteil ist.

Der Juli stand dem Mai und Juni in nichts nach – im Gegenteil. Von 1. bis 3. Juli war, wie jedes Jahr, das Sommerfest des MV. Dieses Sommerfest war das vorletzte. Dann von 08. bis 10.07. das Sommerfest bei der Musikgesellschaft Wahlendorf in der Schweiz. Ende Juli 28. bis 30.07. die Leutenbacher Hocketse bei der der MV diesmal nicht musizierte aber mit einem Stand präsent war.

Im September gings in Weiler zum Stein noch einmal hoch her. Eingeläutet wurde das, mit dem historischen Markt (02.09.–03.09.) in Weiler, der musikalisch umrahmt wurde. Das „Highlight“ die 750 Jahre Weiler zum Stein, bei der der MV am späten Abend spielte (22:00–24:00 Uhr) und am Sonntag noch eine Mannschaft für die Fleckenolympiade stellte, die sich sehr gut geschlagen hat.

Im Oktober und November konnte etwas „durchgeschnauft“ werden. Es stand „nur“ die Kirbe vom 14. bis 15.10. an, bei der vor allem der Sonntag mit dem traditionellen Wildessen sich durch volles Haus besonders hervorhob. Es folgte noch das Probenwochenende mit den Proben für die Weihnachtsfeier.

Der Dezember ist natürlich wieder ausgefüllter, musikalische Umrahmung der „Weihnachtsfeier für Ältere“ (10.12.), gefolgt von der Weihnachtsfeier am 23.12. und das traditionelle Weihnachtsblasen an Heilig Abend.


Über dieses Jahresprogramm hinaus stand im Juli 1995 ein Besuch in der Schweiz an zur Birchi Kibi. Dieser dreitägige Besuch stellte den Höhepunkt des Jahres dar.

Das Pensum für das Jahresprogramm hatte sich über die Jahre, oder soll man sagen über die Jahrzehnte, seit der Neugründung nach dem Krieg auf dieses beachtliche Niveau entwickelt.

In der Jahreshauptversammlung am 26. Januar, stellte sich Willy Weißhaar zur Wahl als 1. Vorsitzender zur Verfügung. Sein Anspruch war, den Musikverein wieder positiv ins Gespräch zu bringen. Willy Weißhaar war von Kindesbeinen an im Musikverein „Gut Ton“ integriert und erlernte ab 1956 die Musik. Ebenfalls war er als Jugendlicher Schriftführer des Vereins. Bereits sein Vater Friederich Weißhaar war in den Fünfzigern (1952) 1. Vorsitzender und Initiator der ersten Partnerschaft mit einer ausländischen Kapelle (Ramsau aus Niederösterreich, 1959). Mit Willy Weißhaar kehrt wieder für 10 Jahre Kontinuität beim MV „Gut Ton“ ein. Insgesamt war er fünf Amtsperioden im Amt, bevor er am 23.11.2006 seinen Rücktritt erklärte.

In seiner 10-jährigen Amtszeit hat er viele Dinge auf den Weg gebracht. Neben dem traditionellen Jahresprogramm (Kinderfasching, Blütenfest des OGV Sommerfest, Kirbe, Weihnachtsfeier, Weihnachtsblasen etc.), standen 1996 das Jubiläumskonzert zum 75-jährigen Bestehen des Musikvereins „Gut Ton“ am 20.04 auf dem Programm. Als Neuerung, die bis heute Bestand hat, wurde auf Vorschlag des 1. Vorsitzenden zum 1. Mai ein „kleines Fest“ am Haus des Vorsitzenden geplant, bei der der MV in kleiner Besetzung spielen sollte.

Die erste 1. Mai-Hocketse 1996

Der Beirat hat dem Vorschlag einstimmig zugestimmt und damit den Grundstein für die heutige 1. Mai-Hocketse im Gollenhof gelegt. Die sicher etwas über die damals vorgesehene „Dimension“ hinausgewachsen ist. Geplant als Veranstaltung mit dem Schwerpunkt auf der Förderung der Geselligkeit im Musikverein selbst, hat es doch die traditionelle 1. Mai Wanderung des MV abgelöst, wurde daraus im Lauf der Jahre eine Veranstaltung mit einem starken kommerziellen Charakter. Dieses jährlich wiederkehrende 1. Mai-Fest ist bis heute das größte des Musikvereins und sichert die finanziellen Möglichkeiten. Durch die Verlegung in den Hof der Familie Häußermann, die 2007 unter dem Vorsitzenden Martin Scheid erfolgt ist, konnte die Größe des Festes und die Sicherheit der Durchführbarkeit immens verbessert werden.

Das Jubiläumskonzert zum 75-jährigen Bestehen 1996

Das Jubiläumskonzert zum 75-jährigen Bestehen des Musikvereins „Gut Ton“ am Samstag 20. April in der Gemeindehalle Weiler zum Stein, Eintritt 5 DM, war sicher der Höhepunkt des Jahres 1996. Zum 75-Jährigen gab es keine Festschrift, man hatte ja zum 70-jährigen Jubiläum eine umfangreiche Festschrift erstellt. Verbunden mit dem Jubiläumskonzert gab es eine Fotoausstellung „34 Jahre Begegnung mit der Musikgesellschaft Wahlendorf verbindende Sprache Musik“. Die Musikgesellschaft Wahlendorf war aus der Schweiz angereist und hatte als Gastgeschenk einen „Felsen“ mitgebracht, der auf der Bühne prominent platziert wurde. Von der Reihe an Ehrungen an diesem Abend, sollen stellvertretend folgende etwas hervorgehoben werden. Geehrt wurde Adolf Mack für 60 Jahre Mitgliedschaft. Adolf Mack hatte kriegsversehrt nach dem Kriegsende 1945 mit dem Musikunterricht begonnen. Nach der Neugründung des Musikvereins „Gut Ton“ 1950 hatte er von 1951 bis 1968 die Funktion des Dirigenten übernommen. Geehrt wurde u. a. auch Jakob Winger der 40 Jahre die Posaune blies. Jakob Winger war Initiator der Partnerschaft mit Mertingen. Eine weitere Ehrung ging an Arthur Niederhauser von der Musikgesellschaft Wahlendorf. Er wurde Ehrenmitglied für seine Initiative auf die die Partnerschaft mit der Musikgesellschaft Wahlendorf zurückgeht. Das Jubiläumsjahr endete wie immer mit dem Weihnachtskonzert. In diesem Jahr allerdings war es mit einem besonderen Anlass verbunden. Emil Scheid der seit 1969 als Dirigent die Kapelle geleitet hatte, hatte seinen Rücktritt erklärt. In Anbetracht seiner Verdienste wurde Emil Scheid beim Weihnachtskonzert 1996 zum Ehrendirigenten ernannt.

Gleich im neuen Jahr 1997 begann die Suche nach einem neuen Dirigenten. Mit Karl Nemeczek aus Backnang wurde man einig, nachdem er sich am 21. Februar dem Probedirigat und dem Gespräch mit den Musikern und dem Beirat gestellt hatte. Diese Verbindung hielt bis 2002. Es folgten in der Amtszeit von Willy Weißhaar die Dirigenten Ulrich Stoll (2002–2003) und Sven Sattler (2004–2010).

Erstes gemeinsames Fest der Vereine und Kirche „Gemeinsam in Weiler zum Stein“ 1998

Die vom 3. bis 9. Juli dauernde Veranstaltung stand unter dem Motto „Gemeinsam in Weiler zum Stein“. Künftig wollten die Vereine und die Kirche alle zwei Jahre ihr Fest um die Peters-Kirche ausrichten. Mit dem Fest und der neuen Konzeption wollte man Zeit und Platz für die Begegnung von und für Menschen schaffen. Es gab sogar einen Talismann aus Holz für die neue Veranstaltung: Willy Weißhaar, Vorsitzender des MV „Gut Ton“, enthüllte am Sonntag dieses kleine Teufelchen mit einer Leier in der Hand, von einem Schwaikheimer Bildhauer. Grund für den „Seperatimus“ der Weilermer, wie Kritiker der Veranstaltung vorwarfen, war das Unbehagen im Wohnbezirk darüber, dass die offizielle Hocketse der Leutenbacher Vereine und Gemeinde „so voll ist mit Ständen“. Nachdem auch die Anregung aus Weiler zum Stein abgelehnt wurde, die Hocketse jedes Jahr in einem anderen Wohnbezirk zu veranstalten, beschlossen die Weilermer Vereine und die Kirche, selbst etwas aufzuziehen, zumal es in Weiler zum Stein eigentlich nichts gibt. 

80-jähriges Jubiläum 2001

Das 80-jährige Jubiläum 2001 fand mit drei Veranstaltungen in der Gemeindehalle statt. Vom 20.-22. Juli waren die Trachtenkapelle Ramsau, vom 07.-09. September die Musikgesellschaft Wahlendorf und vom 19.-21.10. (Kirbe) der Musikverein Mertingen zu Gast.


Start der Ersten Bläserklasse in Kooperation mit der Grundschule Weiler zum Stein 2006

Schon kurz nach seiner Amtsübernahme im Jahr 1996, hatte Willy Weißhaar bei einem Vortrag, der vom Blasmusikverband Rems-Murr initiiert wurde, über das „Ravensburger Modell“ gehört. Nach diesem beginnt der Klassenunterricht für den Bläsernachwuchs ab der 5. Klasse und läuft 2 Jahre. Die Kosten für den Musikunterricht übernimmt der Verein, vom Verein werden ebenso die Instrumente beschafft, die Kosten hierfür trägt die Gemeinde. Die Idee hat Willy Weißhaar nicht mehr losgelassen. Es hat allerdings einige Zeit gebraucht bis die Hürden genommen waren. Zwar konnte auf die immer schon ausgezeichnete Unterstützung durch die Grundschule, insbesondere dem Schulleiter Herrn Schiedt mit seinem Lehreinnen- und Lehrerteam, aufgebaut werden. Man kannte sich, der MV „Gut Ton“ hat ja immer schon dort in den Klassen 3 und 4 für Nachwuchs geworben. Das Modell Kooperation Bläserklassen Schule und Musikverein Weiler zum Stein startete 2006.

Das Modell wurde von den Schülerinnen und Schülern gut angenommen. Die Bläserklasse ist für den Musikverein heute eine wichtige etablierte Institution, um den Nachwuchs für den Verein auszubilden. Dieses Start-Modell der Bläserklassen Weiler zum Stein wurde über die Jahre zum heutigen „Leutenbacher Musikmodell“ weiterentwickelt. An diesem sind heute die drei Grundschulen der Gemeinde Leutenbach, die Musik- und Kunstschule, die beiden Musikvereine (Leutenbach & „Gut Ton“ Weiler zum Stein) und das Akkordeonorchester beteiligt.

Maßgeblich beteiligt war hier Martin Scheid der nach dem Rücktritt von Willy Weißhaar, zunächst in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender den Vorsitz übernommen hat. Die Wahl zum Vorsitzenden von Martin Scheid erfolgte am 20.03.2007. Mit Martin Scheid, der lange Jahre schon als Stellvertretender Vorsitzender fungierte und im Verein als Sohn von Emil Scheid gut verankert war, folgten Jahre (1997-2020) der Stabilität im Verein.


Das 90-jährige Jubiläumsjahr 2011

Die Überschrift „Jubiläumsjahr“ sagt schon viel, waren doch die Jubiläen in der Vergangenheit immer im Jahr des Jubiläums, meist über mehrere Tage, angelegt. Ein Hauptteil war immer der Festumzug die Steige hinunter wie 1951 oder 1971, der dann im Festzelt der Gemeindehalle mit Ramsau 1961 wie 1981 oder beim Sportgelände (Brühlstraße) wie 1991 endete. . Das 90-jährige Jubiläum wurde wie bereits 2001 mit allen 4 Partnern wieder aufgeteilt durchgeführt. Mit der Musikgesellschaft Wahlendorf und dem Musikkorps der Freiwilligen Feuerwehr Münster – Roxel im Rahmen des Sommerfest vom 01.- 03.07.2011 auf dem Weingut Wagner – Weiler zum Stein und der Jubiläumskirbe am 14. bis 16.10.2011 mit der Trachtenkapelle Ramsau und dem Musikverein Mertingen in der Gemeindehalle Weiler zum Stein. Begonnen wurde beides selbstverständlich mit einem Marsch, der dieses Mal von der Ortsmitte zu den Veranstaltungsorten führte.

Unsere Festschrift "Einhundert bewegte Jahre - Musikverein "Gut Ton" Weiler zum Stein

1921 - 2021

Mit "Klick" auf das Bild können Sie sich die Festschrift anzeigen lassen.